Ralf Schlatter
Verzettelt
Verlorene Worte und ihre Geschichten

mit Gastgeschichten von Ruth Schweikert, Franz Hohler und Christoph Simon

erschienen beim Christoph Merian Verlag

Mai 2008, 256 Seiten, 13 x 21 cm, 130 Farbabbildungen, broschiert
Konzept und Lektorat: Katharina Blarer, Zürich
Gestaltung: Bernet&Schönenberger, Zürich
CHF 39.00 / € 25.00
ISBN: 978-3-85616-370-9

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Einkaufslisten, zerrissene Liebesbriefe, weggeworfene Spickzettel: Täglich bleiben von Hand geschriebene Worte auf der Strasse liegen. Zehn Jahre lang hat der Schriftsteller und Kabarettist Ralf Schlatter solche «verlorenen Worte» gesammelt. Zu mehr als hundert von ihnen hat er Geschichten erfunden: literarische Miniaturen voller skurriler Figuren und berührender Schicksale, geschrieben mit hintergründigem Witz. Und er hat Ruth Schweikert, Franz Hohler und Christoph Simon eingeladen, Gastgeschichten beizutragen. Eine zauberhaft verzettelte Reise in die Welt der Fantasie.

Schaufenster zu «Verzettelt» bei Roost Optik, Schaffhausen, gestaltet von Britta Hagen (Pfeffermint), Mai - Juni 2009.

Pressezitate

Für sein neues Buch „Verzettelt“ hatte der Schweizer Autor Ralf Schlatter eine außergewöhnlich gute Idee: Über Jahre sammelt er weggeworfene, liegen gelassene, vergessene oder verlorene Wörter in Form von Notizzetteln, Nachrichtenfragmenten und Brieffetzen. Daraus formt er kurze Geschichten, erfindet Kontexte, erdichtet ein Vorher und Nachher. Nicht zuletzt haucht er diesen gleichsam gestorbenen Wörtern neues Leben ein und findet Platz fürs Skurrile, Ausgefallene und humorvoll Verdrehte. Manche Geschichten finden Fortsetzungen, ziehen sich durchs ganze Buch, andere stehen für sich allein und einige werden doppelt erzählt – weil Ralf Schlatter die KollegInnen Ruth Schweikert, Franz Hohler und Christoph Simon um Gastgeschichten gebeten hat. Und gerade, wenn derselbe Zettel Ausgangspunkt für verschiedene Geschichten ist, wird das Projekt des Buches besonders sichtbar: Jene Möglichkeiten durchzuspielen, die in unserer so linear wirkenden Realität angelegt sind. Ebenso hervorragend wie unterhaltsam erzählt, zelebriert „Verzettelt“ einen fantastischen Realismus auf Schweizer Art und ist mehr als nur ein Buch für zwischendurch. (20er, Tiroler Strassenzeitung)

Mit «Verzettelt» hat Ralf Schlatter eine rechte Zettelwirtschaft angezettelt - und das zu unserem Vergnügen. Ein wundersames Sammelsurium von Kabinett- und Kabarettstückchen mit Gastschalkiaden von Ruth Schweikert, Franz Hohler und Christoph Simon. Allerlei Kurzweiliges und Hintersinniges, mal ausgelassen, mal melancholisch, mal schräg, mal bitter: medizinische Befunde, eine Kunstaktion zur Aufdeckung von Etikettenschwindel, eine Attentatsanweisung, die Aufdeckung des Ursprungs der Installation «Der Lauf der Dinge» von Fischli/Weiss, aber auch sogenannt Banales, kleine Dramen des Alltags oder unausweichliche Zufallsweichen. Manche Figuren kehren wieder - so die unverwüstlichen SMS-Fun-Girls Tanja und Paula - und es entstehen mitunter aus vermeintlich Unzusammenhängendem scheinbar logische Lebenspuzzels. Prädikat: Hoch ansteckend! Vor Fundzetteln aller Art wird gewarnt! Und vor dem sorglosen Umgang mit Zetteln nicht minder. Denn Vorsicht: Schlatter geht um! (Christopher Zimmer, Surprise, 23. Januar 2009)

«Verzettelt» ist kein Lesebuch, sondern ein Blätter-Buch. Zum Stöbern, Schmökern, Schmunzeln. Eine ausgezeichnete Idee, mit Geduld verfolgt und mit passend unprätentiösem Layout veröffentlicht. (Susanne von Mach, Main-Netz, 17. Mai 2008)

Das schönste an diesem Buch ist, dass es den Blick für unscheinbare Dinge schärft, die allenthalben herumliegen. Ralf Schlatter regt dazu an, sie aufzulesen und ihnen eine Geschichte zu geben. Die Welt muss erzählt werden! (Beat Mazenauer, Der Landbote, 17.Juni 2008)

Verzettelt hat sich Schlatter keineswegs. Vielmehr verspricht sein gleichnamiger Band jene geistreiche Leichtigkeit, die eine amüsante und kurzweilige Lektüre mit sich bringt. (Roland Erne, Mittelland-Zeitung, 25. Juni 2008)

Unglaublich gut und lustig ist dieses Buch, als Geschenk oder als «Bettmümpfeli» sehr geeignet. Aber Achtung: Suchtpotenzial! (Sonntag, 12. Juni 2008)

Mit viel Witz, Fantasie und einem scharfen Auge fürs Detail zeigt uns Ralf Schlatter, dass unser Leben aufregender ist, als wir dachten. (Brigitte, 30. Juli 2008)

Aus banalsten Einkaufszetteln entwickelt Schlatter ganze Soziogramme, aus banalen Notizen bastelt er verwegene Verschwörungen, aus ein paar verkritzelten Käsekästchenrunden destilliert er mit leichter Hand ein fieses Familiendrama, aus anderen wieder handfeste Beziehungs- und Lebenskrisen. (René Zipperlen, Der Sonntag, 6. Juli 2008)