«In seinen Träumen schlichen die
Geister in Gestalt von Nebelschwaden aus den Spalten, waberten in immer
schnelleren Kreisen um ihn herum, bis er die Orientierung verlor und
hinfiel und spürte, wie sich die Schleier eiskalt um seine Füsse
schlangen, ihn zur nächsten Spalte zerrten, wo er ins Leere fiel,
endlos.»
Die Walliser Alpen nach der Klimaerwärmung:
Die letzten Gletscher sind geschmolzen, ein weiterer Dürresommer
hält Natur und Mensch im Griff, die Luft über dem Plontal flirrt.
Nur im Schutz des Flischwaldes sind die Temperaturen erträglich.
Doch selbst dort, im Luxusresort «Eden», bricht Unruhe aus:
Die Besitzerfamilie Bohrer wird erpresst. Unbekannte drohen, die Wälder
um «Eden» in eine Flammenhölle zu verwandeln. Ihre
Forderung: Zugang zu den Wassern von Plon.
Die fieberhafte Suche nach einem Ausweg
führt
die Bohrers zurück in die Gründerzeit des Resorts. Gewitter
um Gewitter suchte damals den Flischwald heim, die Gletschermoränen
gerieten ins Rutschen, der Ausbruch des Gletschersees drohte. Das Wissen
um alte Technologien und der Respekt vor der Welt der Mythen und Sagen
verhinderten damals die Katastrophe.
Jetzt, Jahrzehnte später, besinnen sich
die Bohrer-Nachkommen endlich auf dieses Wissen der Ahnen, doch da läuft
das Ultimatum der Erpresser bereits ab.
Urs Augstburger inszeniert in der Familiensaga «Wässerwasser» den
Kampf der Menschen gegen eine entfesselte Natur. Motive aus den beiden
bisherigen Bergromanen «Schattwand» und «Graatzug» führen
die Geschichte aus der Vergangenheit in die Zukunft.